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Sonne - Mond - Planeten - Sternschnuppen - Sterne

Aktueller Himmel

Zu unserem Sonnensystem gehören nicht nur Sonne, Mond, die Planeten, Zwergplaneten und Asteroiden, sondern auch Kometen, und zwar in großer Zahl. Man vermutet zwei Reservoirs für Kometen, eines im Kuipergürtel, der sich an Neptun anschließt, und eines in der Oortschen Wolke, die in ungefähr einem Lichtjahr Distanz das Sonnensystem nach außen abschließt.

Es sind locker aufgebaute Körper, sie bestehen aus einer Zusammenballung von Eis-, Staub und Gesteinen, und sie stammen noch aus der Anfangszeit unseres Sonnensystems.  So lange die Kometen auf ihren ursprünglichen Umlaufbahnen weitab der Sonne bleiben, spielen sie für uns keine Rolle. Wir sehen sie nicht, bzw. können sie nicht als Komet erkennen.

Hale BobJetzt kann es aber bei Kometen rasch zu Bahnstörungen kommen,  u. U. durch Vorbeizug eines Sterns nahe unserem Sonnensystem, durch die die Bahn eines Kometen so verändert wird, dass er bis tief ins innere Sonnensystem eindringt und unter Umständen sogar mit bloßem Auge sichtbar wird.

Wenn er sich der Sonne nähert (etwa in Jupiter-Entfernung) taut das Eis in seinem Inneren auf. Es ist nicht nur Wassereis, sondern auch gefrorene Gase.  Es bildet sich zunächst eine den Stern umgebende Koma. Sobald er die Marsbahn kreuzt, entstehen durch den Sonnenwind zwei Schweife, die von der Sonne weg zeigen. Der eine ist ein schwacher, bläulicher Gasschweif, der andere ein heller, meist gebogener, Staubschweif. 

Ein Teil des Materials aus dem Staubschweif löst sich vom Kometen und kreist dann selbständig um die Sonne.

Die Erde kreuzt auf ihrer Umlaufbahn regelmäßig eine solche Bahn von Kometenstaub. Die Partikel dringen dann in die Erdatmosphäre mit hocher Geschwindigkeit ein und erhitzen die Luft in ihrem Flugkanal auf ca. 1600 Grad Celcius. Die Luftmoleküle werden dadurch ionisiert und beginnen zu leuchten.

Dieses Leuchten können wir von der Erde aus sehen. es sind die Sternschnuppen oder Meteore. Eine Sternschnuppe ist die durch einen aus dem All eindringenden Körper von Sandkorngröße erzeuge Leuchtspur, nicht aber der Körper selbst.

Es können durchaus auch größere Objekte sich in den Staub gemischt haben. Die Leuchtspuren sind dann besonders hell. Bei Brocken von mehreren Kilogramm Masse sehen wir keine leuchtenden Luftmolekühle, sondern einen feurigen Ball am Himmel, der für kurze Zeit den Erdboden unter sich fast taghell erleuchten kann. Wir sprechen dann von einer Feuerkugel oder einem Boliden.

Ab rund 30 km Höhe erzeugt sie einen gut hörbaren Überschallknall. Oft sieht man auch, wie sie zerplatzen wie eine Feuerwerksrakete.

Wenn der Körper groß genug ist, verglühen unter Umständen nicht alle Teile in der Atmosphäre, sondern schlagen auf der Erde auf. So geschehen am 5. Mai 1869, etwa um 18:32 Uhr, in dem 15 km von Zweibrücken entfernten Krähenberg. 

Der beim Einschlag entstehende Lärm soll bis Wiesbaden zu hören gewesen sein.


Jährlich vom 17. Juli bis zum 24. August durchquert die Erde die Reste des Staubschweifs des Kometen Swift-Tuttle.  Von der Erde aus gesehen hat es den Eindruck, dass die dadurch entstehenden Meteore vom Sternbild Perseus her kommen.  Ihr Radiant befindet sich also im Sternbild Perseus. Daher haben sie den Namen "Perseiden".

Den dichtesten Teil des Meteorschwarms durchquert die Erde um den 12. August herum. In diesem Jahr soll es in der Nacht vom 12. auf den 13. August sein.   Aber auch schon eine Nacht vorher ist mit besonders zahlreichen Sternschnuppen zu rechnen. Da der 13. August ein Montag ist, und außerhalb der Sommerferien liegt, haben wir uns daher entschlossen, Sie für die Nacht vom 11. auf den 12. August zu einem Sternschnuppenpicknick einzuladen.

Die Perseiden sind der ergiebigste Meteorstrom des Jahres. Wir können in der Nacht des Maximumus bis zu über 100 Meteore pro Stunde erwarten. Die Körper, die das Glühen der Luft erzeugen, dringen mit Geschwindigkeiten um die 60 Kilometer pro Sekunde in die Atmosphäre ein.

Die Perseiden wurden erstmals im Jahre 39 v. Chr. in China erwähnt. Der verursachende Komet selbst wurde offiziell 1862 entdeckt. Er hat eine Umlaufzeit um die Sonne von 133 Jahren und drei Monaten. 1992 wurde er wieder aufgefunden, das nächste Mal wird er wohl 2126 vorbei schauen.

Die Umlaufzeit eines Kometen kann nie genau angegeben werden. Im Vergleich zu einem Planeten haben sie fast keine Masse und ihre Bahn kann bei einem Vorbeiflug an einem Planeten schnell abgelenkt werden, so dass er auch früher oder später wieder kommen kann.

Vom 15. Juli bis zum 26. August ist der Meteorschwarm der Südlichen Delta-Aquariden (Radient im Wassermann nahe beim Stern Delta Aquarii) aktiv. Sein Maximum ist allerdings schon vorbei. Mit 25 Sternschnuppen pro Stunde gilt er noch als starker Strom.

Die nördlichen Deltaquariden erreichen ihr Maximum am 13. August. Mit 4 Erscheinungen pro Stunde sind sie allerdings sehr schwach.

Sollten in der Nacht vom 11. bis 12. August auch einige Meteore zu sehen sein, deren Radiant nicht im Perseus liegt, dann dürfte es sich möglicherweise um Delta-Aquariden handeln. Ein Ursprungskomet ist hier nicht bekannt.



Noch was zu den Begriffen:

Meteorid ist ein kleiner bis kleinster Körper, der um die Sonne kreist und der in unsere Atmosphäre eindringen kann.
Meteor ist die Leuchterscheinung, die ein solcher Körper in der Atmosphäre verursacht,
Meteorit ist ein auf der Erde aufgefundener Meteroid, der in der Atmosphäre nicht völlig verglüht ist.